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Häufig gestellte Fragen (FAQ)


Grundsatzfragen   Verfahrensfragen
Gründungsfragen



Was ist das überhaupt, eine Debatte?

Eine Debatte ist ein Gespräch nach festen Regeln, das auf eine praktische Streitfrage Antwort gibt. Streitfrage ist eine Frage, auf die man nur mit 'Ja' oder 'Nein' antworten kann, wobei die Antwort bei den Befragten umstritten ist. Die Streitfrage ist praktisch, wenn sie fragt, ob ein bestimmtes Tun oder Lassen vollzogen werden soll. Damit die Auseinandersetzung das Zusammenleben nicht gefährdet, findet der Streit nach festen Regeln statt.

Gegenstücke zur Debatte sind Disputation und Diskussion. Eine Disputation ist ein Gespräch nach festen Regeln, das auf eine theoretische Streitfrage Antwort gibt. Eine Streitfrage ist theoretisch, wenn sie fragt, ob etwas in einer bestimmten Weise erscheint oder gegeben ist. - Eine Diskussion ist ein Gespräch ohne feste Regeln, das auf eine offen gestellte Frage Antwort sucht, das heißt: auf eine Frage, die man nicht mit ‚Ja' oder ‚Nein' beantworten kann. Unerheblich ist, ob diese Frage theoretisch oder praktisch formuliert ist. Debatte und Disputation verlangen Entscheidung, Diskussion beschränkt sich auf Klärung.

Diskussion und Debatte schließen einander nicht völlig aus. In der Praxis sind oftmals Mischformen anzutreffen. Eine Debatte setzt nämlich voraus, daß bereits diskutiert worden ist, (d.h. so viel an Klärung erreicht ist, daß sinnvoll entschieden werden kann) oder eventuell ausstehende Klärung innerhalb der Debatte nachgeholt werden kann. In einer Diskussion wiederum stellen sich zumindest hinsichtlich der Vorgehensweise stets auch Entscheidungsfragen, die gegebenenfalls zu debattieren sind.

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Wozu überhaupt debattieren?

Wer mit anderen zusammen in Freiheit leben will, muß lernen, sich mit diesen anderen gemeinsam zu entscheiden. Der beste Weg dahin führt über ein offenes Gespräch, in dem die Interessen eines Jeden benannt und gegeneinander abgewogen werden können - bevor man die Entscheidung fällt. Vieles läßt sich so verhandeln, aber niemals alles. Dann kommt es darauf an, zu debattieren.

In einer formalisierten Debatte wird der bestehende Interessengegensatz nicht weiter verhandelt, sondern in Rede und Gegenrede dargestellt. Das ist insbesondere dann angezeigt, wenn die Möglichkeiten, zu einem Kompromiß zu kommen, ausgeschöpft sind, die Zeit aber so drängt, daß nun entschieden werden muß - weil es nicht anders geht, nach Mehrheit. In solchen Situationen bleibt nur, noch einmal aufzuzeigen, was bei einer Mehrheitsentscheidung für alle auf dem Spiele steht. Damit der Gegensatz nicht in Gewalt führt, bedarf ein solcher Schlagabtausch der festen Regeln. Sie stellen sicher, daß auch die Minderheit zu Wort kommt. Debattieren dient also dazu, bei Entscheidungen nach Mehrheitsprinzip besonnen vorzugehen. "Gemeinsam" heißt also nicht einstimmig, sondern so entscheiden, daß die Entscheidung auch für die unterlegene Seite nachvollziehbar und als Entscheidung nach gemeinsam respektierten Regeln akzeptabel ist.

Als Zwischenbilanz, die die Entscheidung vorantreibt, kann eine Debatte auch zu einem früheren Zeitpunkt sinnvoll sein. Ihr Ergebnis kann dann zu einer neuen Verhandlungsrunde oder einer Neuformulierung der Entscheidungsfrage führen (Beispiel: mehrfache Lesung eines Gesetzentwurfes im Parlament). Abgestimmt wird schließlich, worüber sich nicht mehr verhandeln läßt.

Um zu erfahren, was auf dem Spiele steht, muß man ausdrücklich, klar und deutlich fragen, damit ebenso ausdrücklich, klar und deutlich geantwortet bzw. entschieden werden kann. Weiter kommt es darauf an, herauszustellen, was für und gegen die fragliche Maßnahme spricht, also: welche Gründe die Entscheidung tragen. Die Darstellung des Für und Wider ist leichter durchzuführen, wenn sie von mindestens zwei verschiedenen Rednern übernommen wird, die für die Dauer der Aussprache in ihrer jeweiligen Rolle bleiben.

Debattieren erlaubt und übt, mit Umsicht und Sorgfalt zu entscheiden, das heißt: unter Abwägung aller erheblichen Gesichtspunkte. Welche Gesichtspunkte in welchem Maße erheblich sind, läßt sich nie völlig im Voraus angeben. Auch überblickt sie keiner für sich allein. Deshalb bedarf es gemeinsamer Vergewisserung im Debattieren.
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Was kann man beim Debattieren lernen?

Wer regelmäßig in Debatten das Wort ergreift, lernt vor allem, sich kurz zu fassen. Denn Redezeit wird immer nur begrenzt gewährt. Weiter lernt man, sich zu entscheiden und Farbe zu bekennen: ja oder nein, tertium non datur. Weil es immer auch eine Rede für die gegenteilige Meinung gibt, lernt man zugleich, daß es stets mehr als eine Sicht der Dinge gibt und jeder ein Recht darauf hat, gehört zu werden.

Weiter lernt man, daß öffentliche Rede kein Monolog ist. Jede Wortmeldung erhält ihren vollen Sinn erst im Zusammenhang der anderen Beiträge. Meinungen hat man nicht für sich, sondern nur, wenn es auch andere Meinungen gibt, an denen man die eigene Meinung erfahren und abgleichen kann. Das verlangt genaues Zuhören. Nur wer sorgfältig zuhört, ist in der Lage, rasch auf den Punkt zu kommen und schlagfertig zu erwidern. Auch das lernt man beim Debattieren.

Wenn man anspruchsvolle Themen debattiert, lernt man auch, wie man sich auf solche Themen vorbereitet. Denn es macht wenig Sinn, zu streiten, wenn man vom Thema keine Ahnung hat. Das gilt übrigens für ernste und Scherzthemen gleichermaßen! Themen vorbereiten heißt: recherchieren, disponieren, formulieren, lernen und probieren. Nicht zufällig übt alle diese Fähigkeiten die klassische Rhetorik am Modell der Kontroverse ein.

Wenn mehrere Redner ein oder zwei Fraktionen bilden, die gemeinsam eine Seite vertreten, lernt man im Team zu denken und an einem Strang zu ziehen. Dazu gehört: sich vorher abzusprechen. Jeder trägt die Argumente vor, die er am besten beherrscht oder am glaubwürdigsten vorbringen kann. Außerdem gilt es, einander Deckung zu gewähren. Macht ein Mitstreiter einen Patzer (jedem kann das passieren), braucht er Unterstützung - ihm in den Rücken zu fallen, wäre unsportlich. Debattieren ist ein Mannschaftsspiel.

Debattieren, einschließlich der Vorbereitung auf Debatten, steht unter den Alltagsbedingungen endlicher Zeit, unvollständiger Information und unterschiedlicher Meinung. Es sind die Bedingungen einer jeden professionellen Tätigkeit. Die Wissenschaft unterschlägt gewöhnlich, daß auch sie unter diesen Bedingungen arbeitet, weshalb man vor allem an der Universität zu wenig lernt, mit ihnen umzugehen. Debattieren ist ein Weg, sich solche Professionalität zu erwerben und sich zugleich in praktischer Toleranz zu üben.
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Wozu in einem Debattierclub debattieren?

Politisch bindende Entscheidungen werden im Parlament getroffen. Ein Debattierclub hat in diesem Sinne nichts zu entscheiden, seine Abstimmungen stützen oder stürzen niemand. Eben darin liegt seine Chance: hier kann das Debattieren sportliches Training und Spielform sein.

Entsprechend vereinfacht sind die Rahmenbedingungen der Club-Debatten. Debattiert wird pro Debatte immer nur ein Thema, die Redezeiten sind begrenzt. Die Redner sind keine gewählten Vertreter, sondern Freiwillige, die sich für die jeweilige Debatte als Redner melden oder als Sprecher aus dem Publikum spontan das Wort ergreifen. In Debatten von Debattierclubs kommt also jeder, der will, zu Wort - wann und wie oft, regelt die jeweilige Geschäftsordnung.

Für Spannung sorgt, daß, wenn abgestimmt wird, der Ausgang der Abstimmung völlig offen ist. Anders als beim Parlament sind in einem Debattierclub alle Zuhörer stimmberechtigt. Spannend ist aber auch zu sehen, wie die Redner in der Aussprache auf Zwischenrufe, Einwände und Nachfragen reagieren. Für Spaß sorgt nicht zuletzt, daß man in gleicher Weise auch Scherzfragen debattieren kann.

Nicht immer wird mit Publikum debattiert. Neben der eben beschriebenen großen Debatte gibt es auch die kleine Form ohne Publikum und Abstimmung, bei der nur clubintern debattiert wird. Dann steht weniger das Thema, als vielmehr die Übung im Vordergrund. Die kleine Form wird vorzugsweise in den Schulen praktiziert, die große Form findet sich eher an der Universität.

Wenn man die Debatten anschließend auswertet und rhetorisch reflektiert, kann man in einem Debattierclub viel über die Bedingungen von Rede und Gegenrede lernen. Wenn man die Debatten ernsthaft führt und vorbereitet, können sie zur Bildung der eigenen Meinung einen wichtigen Beitrag leisten. Schließlich wachsen auch die eigenen Redefähigkeiten - das aber nur, wenn man länger dabei bleibt und regelmäßig selber als Redner antritt.
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Wovon ist ein Debattierclub zu unterscheiden?

(1) Modell für die Debatten eines Debattierclubs ist in britischer Tradition das Parlament, aber ein Debattierclub ist selbst kein Parlament, insbesondere kein Studenten-, Schüler- oder Jugendparlament. Es sprechen keine gewählten Vertreter, es gibt keine Fraktionen, die Geschäftsordnung ist relativ einfach, etwaige Abstimmungen binden niemanden. Ein Debattierclub ist überdies thematisch durch keine Grenzen eingeengt. Das erlaubt, auch Streitfragen zu debattieren, für die parlamentarisch gesehen nur der Bundestag zuständig ist. - Die aktive Mitgliedschaft in einem Debattierclub übt für die Politik und dient eventuell der öffentlichen Meinungsbildung, kann aber die Mitwirkung in Organen der Selbstverwaltung (Schüler- oder Studentenvertretung), in Parteien oder Bürgerinitiativen nicht ersetzen. Auch darüber sollte man sich klar sein.

(2) Ein Debattierclub ist kein Podium für Prominente. Natürlich kann man als Besucher nur zum Zuhören kommen, der Witz ist aber, daß grundsätzlich jeder Teilnehmer selbst das Wort ergreifen kann. In einer Debatte streiten freie und gleiche Bürger in praktischen Fragen, für die es keine von vornherein überlegene Einsicht gibt. Das bessere Argument muß sich stets erst als ein solches Argument erweisen - auch wenn es von prominenten Gästen vorgetragen wird. Der Reiz einer Club-Debatte liegt gerade darin, daß sich fallweise eingeladene Gäste denselben Regeln beugen wie jeder andere Redner auch.

(3) Ein Debattierclub spielt kein Planspiel. Während dort ein Entscheidungsprozeß in Gänze dargestellt wird, beschränkt sich die Debatte im Debattierclub auf das finale Stadium vor der Abstimmung. Es geht nicht um ein Aushandeln von Kompromissen, sondern um den Austrag von Differenzen. Damit ist nichts gegen Übungen im Verhandeln gesagt, sie sind sinnvoll und notwendig. Als viel komplexere Situationen verlangen sie jedoch einen anderen Rahmen.

(4) Ein Debattierclub ist kein Toastclub. Im Toastclub müssen die Redebeiträge nicht unmittelbar aufeinander Bezug nehmen, jeder kann vortragen, was er will, soweit es die allgemeine Laune hebt. Es kommt dort nur darauf an, sich mit Redeübungen gemeinsam gut zu amüsieren. Eine Debatte dagegen zerfällt ohne die Bezugnahme aufeinander, noch im Scherz lebt sie davon, daß sie eine verbindliche Gesprächsform ist. Nur weil sich im Debattierclub Themen auch ernsthaft erörtern lassen, funktioniert die Parodie.
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Was ist bei der Formulierung eines Debattenthemas zu beachten?

In Großbritannien ist es üblich, Debattenthemen nach Muster der Abstimmungsanträge im britischen Unterhaus zu formulieren ("This House would ...", "This House believes ..."), zumal die Redner pro und contra traditionell die Rollen von Regierung und Opposition übernehmen. Durch solche Formulierung wird klargestellt, wer die Entscheidung trifft: nämlich die anwesende Versammlung. Manchmal wird der Vorspruch auch weggelassen und nur eine These oder Parole als Thema gestellt. Das klingt weniger verbindlich und meistens schön provokant. So läßt sich schnell Stimmung machen. Das aber ist nicht der einzige Sinn von Debatten. Daher lohnt es, auf die Themenbestimmung mehr Sorgfalt zu verwenden.

Im britischen Format wird die genaue Fassung des Themas dem ersten Redner ("First Proposition") überlassen. Er ist dafür zuständig, den Antrag zu präzisieren, so daß der Antrag sinnvoll debattiert werden kann. Das entspricht der Rolle der Regierungsfraktion im Unterhaus, verdeckt aber, daß eine Debatte davon lebt, daß das Thema beide Seiten angeht. Anders als in einer akademischen Disputation geht es in einer Debatte nämlich nicht darum, daß eine Seite eine These gegen Einwände logisch widerspruchsfrei verteidigt. Vielmehr geht es in einer Debatte darum, von der praktischen Notwendigkeit einer Maßnahme oder Regelung zu überzeugen, die nach der Abstimmung von allen mitgetragen werden muß. Eine Frage, die sich beiden Seiten gleichermaßen stellt, berücksichtigt den praktischen Aspekt viel besser.

Sehr zu empfehlen ist deshalb, als Debattenthemen anstelle von Aussagen ausdrückliche Fragen zu formulieren, vor allem dann, wenn mit der Debatte eine Abstimmung verbunden ist. Zudem geben erst Fragen einem Gespräch wirklich Richtung und Rahmen. Thema ist allein, was gefragt ist, nicht mehr und nicht weniger. Fragen motivieren überdies präziser: sie verlangen Antwort und nicht irgendeine Reaktion. Debatten zielen im Unterschied zu Diskussionen auf Entscheidung. Also muß die Frage eine klare Stellungnahme fordern, auf "ja" oder "nein", tertium non datur. Erst die geschlossene Form macht die Frage unkompliziert abstimmungsfähig (vgl. § 46 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages).

Debatten-Fragen sind praktische Fragen, d.h. Fragen nach einem Tun oder Unterlassen. (Beispiele: "Soll die NPD verboten werden?", "Soll die Polizei innerstädtische Brennpunkte per Video überwachen?") Sie machen das Thema anschaulich, konkret und griffig - zur Debatte stehen Konsequenzen im politischen oder gesellschaftlichen Handeln! Eine Angabe des Akteurs erübrigt sich, wenn sich der Akteur von selbst versteht (z.B. das Bundesverfassungsgericht bei der Frage nach dem Parteienverbot). Geeignet sind vor allem Fragen, die eine Stellungnahme im Grundsatz verlangen (und nicht nur in einem Einzelfall), in denen es um das "ob" (nicht bloß um das "wie") einer Handlung geht, um Klärung der Zwecke ("wozu ?") - und nicht nur der Mittel.

Technische, empirische oder theoretische Fragen lassen dagegen völlig offen, was daraus folgt. Es sind in Wahrheit Fragen für Fachleute oder Fragen für wissenschaftliche Disputationen. Solche Fragen kann nämlich sinnvoll nur entscheiden, wer das entsprechende Wissen mitbringt. Gleichwohl sind theoretische Themen in Großbritannien durchaus beliebt, etwa: "This house believes that money is the root of all evil". Einer so allgemeinen Aussage wird kein vernünftiger Mensch zustimmen, hier ist das Thema zur bloßen Provokation abgesunken. Zu empfehlen sind solche Themenbestimmungen nur, wenn man eine Spaßdebatte führen will oder wenn klar ist, daß die "Regierung" (d.h. die Pro-Seite) einen solchen Antrag noch präzise einzugrenzen hat.

Schließlich sollten die Themen Fragen sein, die eine generelle Regelung benötigen, weil die fragliche Maßnahme oder ihr Unterlassen grundsätzlich jeden treffen kann. Nur solche Fragen verlangen nach Debatten. Es geht um öffentliche, um politische Angelegenheiten, nicht um Privatsachen. Andernfalls wäre der Aufwand einer Debatte völlig übertrieben. Es geht um die Bildung eines mehrheitlichen Willens - nur was mehrheitlich gewollt wird, hat Aussicht auf politische Verwirklichung.

Die ersten drei Kriterien gelten für jedes Debatten-Thema. Auch Scherzfragen lassen sich schärfer debattieren, wenn sie konkrete Maßnahmen vorschlagen. Das vierte Kriterium gilt mindestens für ernst gemeinte Fragen. Hinzunehmen kann man als weitere Kriterien noch: die Aktualität bzw. Dringlichkeit der Frage, und den Bezug des Publikums zur Frage. Es läßt sich immer besser debattieren, wenn jeder in etwa weiß, worum es geht, und wenn die Meinungen im Publikum ungefähr hälftig auseinandergehen.

Der "Nachteil" der hier skizzierten Alternative sei nicht verschwiegen: die Themenformulierung kostet weit mehr an Zeit und Mühe. Für Debatten mit Publikum sollte man den Aufwand nicht scheuen - für improvisierte Übungsdebatten ohne Publikum mag das einfachere britische Vorbild genügen. In jedem Falle aber bleibt es die Aufgabe des ersten Pro-Redners, den Wortlaut von Antrag oder Frage so zu bestimmen, daß sich eine eindeutige Auslegung, mithin ein präzise gefasster Handlungsvorschlag ergibt.
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Wie ernst, wie heiter sollten die Debattenthemen sein?

Das Verhältnis von Scherz und Ernst bei der Themenwahl läßt sich nicht abstrakt bestimmen. Es kommt auf die jeweilige Clubatmosphäre an, auf die Vorlieben und Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder. Unsinnig ist, sich für Scherz oder Ernst strikt zu entscheiden, denn beides braucht das jeweils andere als Gegenstück. Ein Club, der nur auf Scherzdebatten setzt, verbraucht sich wie ein Comedy-Programm, ein Club, der ausschließlich ernsthaft debattiert, wird unter Umständen zu trocken.
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Soll ein Debattierclub auch disputieren?

Im Unterschied zum Debattieren bedeutet Disputieren: es werden nicht praktische, sondern theoretische Streitfragen zur Entscheidung gestellt, d.h. Fragen, die rein auf Betrachtung gerichtet sind. Welche einzelne Handlung oder Maßnahme aus der Beantwortung der Frage folgt, bleibt offen. Klassische Beispiele für solche Fragen: "Ist der Mensch das Maß aller Dinge?", "Ist die Seele unsterblich?", "Ist Unrecht leiden besser als Unrecht tun?". Solche Fragen sind gewiß gemeinsamer Erwägung wert, aber in ihrer Grundsätzlichkeit sehr schwierig zu beantworten.

Debattierclubs, die auch disputieren, wählen deshalb Fragestellungen, die einen gewissen Fallbezug aufweisen. Beispiele aus England, in der dort üblichen Thesenform: "This House believes that Socialism is dead", "This House believes that high culture is superior to popular culture". Darüber läßt sich leichter streiten, und in gewisser Weise sogar besonders leicht, weil man viel sagen kann, ohne die praktische Konsequenz zu bedenken.

Es hängt vom Zuschnitt des Debattierclubs ab, ob und wie weit man in diese Richtung gehen möchte. Wem es allein um Unterhaltung geht, gewinnt mit der Disputation eine weitere Spielform. Wem es auch um die Sache geht, wird theoretische Fragen nur dann stellen, wenn die Teilnehmer an der Aussprache in der Lage sind, solche Fragen angemessen, und das heißt hier: theoretisch zu erörtern. Auch eine ironische Disputation verlangt solide Sachkenntnis und ein erhebliches Abstraktionsvermögen.
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Sollten die Standpunkte der Redner durch das Los bestimmt werden?

Es kommt auf den Rahmen der Debatte an. Ein Losentscheid beschleunigt das Verfahren und erhöht bei Scherzthemen die Komik der Situation. Bei ernsten Themen führt der Losentscheid zu einer Entkoppelung von Persönlichkeit und Meinung. Man überläßt dem Zufall, ob zwischen beiden eine Übereinstimmung besteht. Es hängt vom Thema ab, für welchen Redner sich daraus ein Vorteil ergibt.
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Sollte ein Debattenredner stets im Sinne der eigenen Meinung sprechen?

Auch diese Frage läßt sich nicht einheitlich beantworten. Man muß zunächst scharf zwischen Übung und Praxis unterscheiden. In der politischen Praxis ist eine Rede ohne Bindung an die eigene Meinung kaum angebracht, jedenfalls nicht, wenn Fragen von Gewicht zu entscheiden sind, es sei denn man übernimmt ausdrücklich die Rolle des advocatus diaboli. In der rhetorischen Übung hingegen hat es einen hohen Erfahrungswert, einmal die Perspektive der Gegenseite zu vertreten, es fordert intellektuell und emotional und weckt Verständnis für die Gegenseite. Bei Spaßthemen erhöht sich durch vertauschte Rollen beträchtlich die Komik. Die Geschäftsordnung sollte diesen Punkt offen lassen.

Entscheidend ist der Perspektivenwechsel bei der Vorbereitung der Debatte: hier ist er Pflicht, nicht aber, auch in fremder Perspektive aufzutreten, wenn man mit und vor anderen in der Debatte spricht. Für die Debatte selbst ist folgendes zu bedenken:

Wer eine andere als seine persönliche Meinung vertritt, übernimmt die Rolle eines Anwalts, er gewinnt Abstand zur Sache und spricht vielleicht mit mehr Gelassenheit. Vielleicht wird ihm auch leichter fallen, sich in die Rednerrolle hineinzusteigern, weil er weniger von sich selber zeigt. Andererseits könnte ihm die nötige Leidenschaft, der letzte Einsatz fehlen, die für die Überzeugung eines Publikums notwendig sind.

Wer für seine eigene Meinung eintritt, kann hingegen persönlich aus dem Vollen schöpfen. Die Stimme, die Gestik, das ganze Auftreten wird eher glaubwürdig sein, im äußersten Fall kann man mit seiner ganzen Existenz für das Gesagte einstehen. In einem Debattierclub gibt es solch extreme Situationen natürlich nicht. Die Rede für die eigene Meinung macht andererseits angreifbar und verletzlich, es ist unter Umständen bitter, nicht durchzudringen - besonders, wenn öffentlich debattiert wird. Je gewichtiger aber ein Thema ist, desto größer wird das allgemeine Bedürfnis sein, für die eigene Meinung zu sprechen, weil es dann immer auch auf die Verständigung der Versammlung mit sich selbst ankommt. Man möchte da doch voneinander wissen, wo der andere, auch wo man selber wirklich steht.
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Soll man mit Publikum debattieren?

Diese Frage betrifft in erster Linie Clubs an Hochschulen. - Publikum heißt Öffentlichkeit, je mehr, desto mehr, mit allen Konsequenzen. Sitzungsleitung und Redner müssen in der Lage sein, das Auditorium zu führen. Deshalb sollte man sich genau überlegen, ob, wie, wann und was man mit Publikum debattieren will und wer das Publikum sein soll. Debattieren lässt sich ja auch ohne Gäste. Doch lohnt der Einsatz: Öffentlichkeit belebt die Szenerie, das Streitgespräch wird zum Ereignis.

Nicht immer strömt das Publikum so reichlich, daß tatsächlich ein Ereignis zu erwarten ist. Wichtiger als die Anzahl der Besucher ist die Klärung der Rolle, die das Publikum spielen soll. Darf das Publikum mitreden, kann die Debatte für jeden eine Übung sein. Ein kleineres Publikum ist hier sogar von Vorteil. Wer mitdebattieren will, kommt öfter zu Wort, Redner und Präsidium behalten leichter den Überblick.

Wie viele Leute tatsächlich kommen, hängt von Termin und Thema, vor allem aber von Art und Umfang der Werbung ab. Schwankungen in der Besucherzahl sind normal: in Tübingen z.B., wo immer mit Publikum debattiert wird, liegt der Durchschnitt zwischen fünfzehn und fünfundzwanzig Personen. Dann steht die Übung im Vordergrund. Bei Top-Themen und dem alljährlichen Rednerwettstreit füllen achtzig bis neunzig Besucher den Saal. Das sind Ereignis-Debatten - Debatten für Könner.
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Welche Rolle spielt das Publikum?

Die Rolle des Publikums ist abhängig von seinen Rechten. Diese Rechte müssen in der Geschäftsordnung geregelt und von den Rechten der Redner am Pult klar unterschieden sein.

Solange das Publikum kein Rederecht besitzt, ist die Debatte für das Publikum vor allem Schauspiel. - Darf das Publikum abstimmen, ist es nicht mehr nur Zuschauer, sondern auch Richter, und damit eigentlicher Adressat der Argumentation. Für die Redner bedeutet das: sie müssen nicht nur zueinander, sondern auch direkt zum Publikum sprechen, und zwar so, daß das Publikum zwischen ihren Anträgen (bzw. Antworten) zur Streitfrage wählen kann. Denn das ist der Sinn einer Debatte: Entscheidungsvorschläge so aufzubereiten, daß sich eine klare Alternative zeigt. Dazu will das Publikum direkt angesprochen sein, sein Horizont wird Maßstab der Debatte.

Darf das Publikum auch selber reden, sind die Redner noch mehr gefordert, auf das Publikum einzugehen und seinem Anspruch standzuhalten. Ein Publikum mit Rederecht kann für die Redner jedoch auch Stütze sein, etwa durch Nachfragen, neue Argumente oder Angriffe auf die Gegenseite. Und es steht Rednern immer frei, auch nicht zu reagieren! Für ein Rederecht des Publikums spricht schließlich: der Beitrag aus dem Publikum ist eine ideale Gelegenheit zu üben, öffentlich das Wort zu ergreifen ohne den Druck, gleich ein ganzes Plädoyer halten zu müssen. Das nämlich ist Sache der Redner am Pult und zugleich deren vornehmste Pflicht. Diese Abstufung sollte sich auch in unterschiedlichen Redezeitbegrenzungen niederschlagen.
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Was ist bei Debatten mit Abstimmung zu beachten?

Abstimmungen sind nur Zäsuren. Weiter reden kann man immer. Abstimmungen in einer Debatte stellen nicht fest, wer Recht oder gar die Wahrheit hat. Abstimmungen sollen helfen, zu einer gemeinsamen Entscheidung in der Sache zu gelangen, wenn die Zeit dazu knapp bemessen ist. Im Debattierclub, wo eine solche Entscheidung die Beteiligten nicht bindet, dienen Abstimmungen dazu, die jeweilige Debatte symbolisch abzuschließen: es gilt für alle, in der Sache einmal Stellung zu nehmen. Für die Redner am Pult mag damit die sportliche Herausforderung verbunden sein, die Abstimmung zu "gewinnen". Damit sich dieser Aspekt nicht verselbständigt, sollte man über ihre Leistung von der Sache getrennt abstimmen. - Im Hinblick auf die Regelung in der Geschäftsordnung ist dreierlei zu beachten: wer stimmt ab, worüber und wann.

Wer:
Abstimmungsberechtigt ist im Zweifel stets das Publikum, nicht berechtigt das Präsidium (Sitzungsleitung, Zeitnehmer). Wenn die Redner am Pult auf Pro- oder Contra-Position strikt festgelegt sind, erübrigt sich ihr Votum. Entweder sie reden entsprechend ihrer Meinung, dann bedarf es keiner zusätzlichen Stimmabgabe, da sich das Ergebnis proportional nicht ändert, oder sie tun es nicht, dann kann ihre persönliche Meinung dahinstehen. Räumt man festgelegten Rednern dennoch ein Stimmrecht ein, fördert man letztlich nur das Reden gegen eigene Überzeugungen. Das aber ist nicht der Zweck des Debattierens.

Worüber:
Gegenstand der Abstimmung ist entweder die Antwort auf die Streitfrage oder die Qualität der Redner am Pult oder beide Komponenten, dann aber nicht zugleich, sondern in separaten Voten. Denn es kann durchaus sein, daß ein Redner zwar keine Mehrheit in der Sache gewinnen kann, doch besser spricht als seine Gegenseite. Viel wichtiger als die Abstimmung über die Redner ist die Abstimmung in der Sache, und zwar auf "ja" oder "nein". Tertium non datur. Um in der Sache besonnen zu entscheiden, wird debattiert.

Wann:
Eine Abstimmung über die Redner ist nur nach Schluß der Debatte sinnvoll. Über die Antwort auf die Streitfrage kann man zusätzlich auch zu Beginn abstimmen. Dann kann man das Votum "vor" und "nach" vergleichen und sehen, ob sich durch das Debattieren das Meinungsfeld verändert hat. Wenn die Vorausabstimmung geheim erfolgt und ihr Ergebnis erst nach der Schlussabstimmung eröffnet wird, herrscht Spannung bis zuletzt!
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Wie gründet man einen Debattierclub an der Hochschule?

Indem man anfängt und miteinander debattiert. Auf die eigene Praxis kommt es an. Wer seine Praxis zu einer festen Einrichtung machen will, dem sei empfohlen, die folgenden fünf Punkte zu bedenken:

1. Mitgründer finden
Wer einen Debattierclub gründen will, braucht zunächst einige Gleichgesinnte: drei bis fünf Leute, die die Organisation tragen und gegebenenfalls auch als Redner einspringen können. Möglichkeiten, Mitstreiter zu finden, gibt es viele: vom persönlichen Freundes- und Bekanntenkreis bis hin zum Aushang am Schwarzen Brett.
Die Debatten werden reizvoller, wenn Perspektiven verschiedener Fächer aufeinandertreffen. Darum sollten im Gründerkreis, wenn möglich, mehrere Fakultäten vertreten sein. Für die Organisation ist es hilfreich, wenn einzelne Mitglieder in Gruppen- und Projektarbeit bereits erfahren sind und eventuell ein Lehrstuhl als Partner gewonnen werden kann.
2. Konzept erstellen
Einigkeit über die Ziele des Clubs ist unentbehrlich. Jeder Mitgründer sollte zu Beginn seine Vorstellungen vortragen, damit deutlich werden kann, worin für alle die Übereinstimmung besteht. Die Antworten dieser Website auf Häufig gestellte Fragen mögen bei der Klärung des Grundsätzlichen von Nutzen sein!
Das Clubleben braucht den Alltag (regelmäßig wiederkehrende Termine) und das Besondere (Ereignisse, Höhepunkte im Jahreslauf). Regelmäßig wiederkehrende Termine werden sein: die Treffen zur Planung und Organisation jeweils der nächsten Debatte und diese Debatten selbst; Beispiele für besondere Höhepunkte: Debatten zu speziellen Anlässen, Debatten mit prominenten Gästen, ein interner oder öffentlicher Wettbewerb, Treffen mit anderen Clubs zu freundschaftlichem Austausch, gemeinsame Teilnahme an einem Turnier.
Die Höhepunkte ziehen erfahrungsgemäß die meisten Neugierigen an, doch steht und fällt ein Club mit seinen regelmäßigen Zusammenkünften. Auf ihre Gestaltung ist daher besondere Aufmerksamkeit zu richten. Sie sollten so offen gestaltet sein, daß auch hier Neu-Interessenten leichten Zugang finden. - Schließlich, und nicht zuletzt, ist an die symbolische Ausstattung zu denken: Name, Abzeichen, Hammer oder Glocke, kleine Rituale (in Kiel heißt es etwa: "Es wird Portwein gereicht").

3. Geschäftsordnung ausarbeiten
Eine Debatte ist ein Streitgespräch nach festen Regeln. Diese Regeln bestimmen, wer sich im Rahmen der Debatte wozu, wann und wie lange äußern darf. Die Regeln müssen vor Eröffnung der Debatte schriftlich niedergelegt und für alle Teilnehmer frei zugänglich sein. Das Verzeichnis dieser Regeln nennt man "Geschäftsordnung".
Die Ausarbeitung einer Geschäftsordnung ist eine knifflige Angelegenheit - man kann sich aber an den Geschäftsordnungen bestehender Clubs orientieren. In Deutschland wird hauptsächlich nach zwei Mustern debattiert: nach mehr oder weniger modifizierten britischen Regeln (z.B. Kiel, Köln, Greifswald) oder in freier Anlehnung an die Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages (z.B. Tübingen, Passau, FU Berlin).
4. Rechtsform wählen
In jedem Falle sollte man sich um eine Eintragung als "Studentische Gruppe" bei der Zentralen Verwaltung der Universität bemühen: das erst berechtigt zur kostenlosen Nutzung der Infrastruktur der Universität (Räumlichkeiten, AStA-Gelder, Speicherplatz auf dem Uniserver, Veranstaltungskalender u.a.m.).
Wer den Aufwand nicht scheut und sieben feste Mitglieder beisammen hat, kann den Club auch nach den Vorschriften des Vereinsrechts konstituieren und als e.V. (= eingetragener Verein) im amtlichen Vereinsregister eintragen lassen. Der Vorteil: wenn der Verein als gemeinnützig anerkannt ist, sind Spenden an den Verein steuerlich absetzbar.
5. Werbung machen
Clubs brauchen Mitglieder, Debatten brauchen Publikum. Die Werbung ist der fünfte und letzte Schritt zu einer erfolgreichen Gründung. Um gezielt Neumitglieder anzuwerben, empfehlen sich Veranstaltungen und Broschüren für Erstsemester, Studienortwechsler und Austauschstudenten. Für die laufende Information der vorhandenen Mitglieder sind Internet-Homepage und e-mail-Verteiler besonders geeignet.
Bewährte Werbeträger für die jeweils nächste Debatte sind Plakat, Transparent, Flugblatt und Handzettel. Wichtig ist sind hier einheitliches Erscheinungsbild und gleichmäßig wiederkehrender Aushang. Außerdem kann man den aktuellen Termin vor Beginn einer Vorlesung im Hörsaal ankündigen: durch Tafelanschrieb, eine Overheadfolie als Vorlage für den Professor oder eine kurzen persönlichen Auftritt. Letzterer fordert etwas Mut und Übung, ist aber ein besonders effektives Mittel. - Über den Campus hinaus wirken regelmäßige Mitteilungen in den Veranstaltungshinweisen lokaler Zeitungen und Sender.
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Wie gründet man einen Debattierclub in der Schule?

Indem man einen interessierten Lehrer bzw. Kollegen und eine Reihe (Mit-)Schüler findet. Debattierclubs an Schulen bestehen meist als Arbeitsgemeinschaft unter Leitung einer Lehrkraft. Das ist auch sinnvoll, denn die Betreuung durch eine Lehrkraft sorgt für Stabilität und Kontinuität, die Schüler allein kaum leisten können. Welche Modalitäten bei der Gründung einer AG zu beachten sind, ist von Schule zu Schule verschieden und kann hier nicht im Einzelnen beschrieben werden.

Wichtig ist, daß sich die betreuende Lehrkraft, gegebenenfalls mit den Schülern, überlegt, nach welchen Regeln debattiert werden soll, und diese Regeln zu einer kleinen Geschäftsordnung zusammenfasst. Von Alter und Interesse der Schüler und der zur Verfügung stehenden Wochenstundenzahl wird abhängen, in welchem Format und Umfang debattiert wird und welche Art von Spiel bzw. Übung darauf hinführen kann.

Nach Alter und Interesse der Schüler sollte sich auch die Wahl der Themen richten. Die Themen können auch ganz einfach sein, z.B. "Soll die nächste Klassenfahrt ins Ausland gehen?". Wenn nicht nur das Thema debattiert, sondern die Debatte auch ausgewertet werden soll, ist es wichtig, Aussprache- und Redezeiten zeitlich eng zu begrenzen. - Auch fremde Sprachen laden zum Debattieren ein! So gibt es rund um Stuttgart eine ganze Reihe von Clubs, die ausschließlich auf Englisch debattieren.

Debatten mit Publikum sind in der Schule wohl nur für besondere Anlässe in Betracht zu ziehen (Wettbewerb, Schulfest o.ä.). Vordringlich ist, das Debattieren als Gesprächsform zu erlernen. Weil es eine komplexe Gesprächsform ist, gehören dazu viele Schritte. Jeder Schritt erfordert eigene Übung, bei der ein Publikum oft nur störend wäre. Unspektakulär ist auch die Umsicht, die einen schulischen Debattierclub auszeichnen kann: daß er auch zeigt, worin sich die Debatte von anderen Gesprächsformen unterscheidet, weiter: wann es angebracht ist, zu debattieren und wann nicht.
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Zuletzt aktualisiert am 01.12.2001
Layout und Realisierung: © 2001 Ursula Wörz, Tübingen - Verantwortlich für den Inhalt: © 2001 Ansgar Kemmann, Tübingen